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Sachsen und die „wahre Redekunst“

Posted in Uncategorized by stofflp on November 14, 2009

Im sächsischen Landtag dürfen während der „aktuellen Stunde“ Redebeiträge nur noch „in freier Rede“ gehalten werden. „Das Verlesen eines vorgefertigten Manuskripts ist unzulässig und führt nach zweimaliger Ermahnung durch den amtierenden Präsidenten zur Entziehung des Wortes.“, heißt es in der Geschäftsordnung. Ein Beschluß von poetischer Größe – Schärfung der kommunikativen Skills per Dekret. Ein Verdienst um die Rhetorik. Dem Wort des Politikers wird seine Authentizität zurückgegeben. Würde man sich auch oft für den österreichischen Nationalrat und die Landtage wünschen. Die Süddeutsche Zeitung nimmt das Bekenntnis zur freien Rede zum Anlass, um in dem Beitrag „Wahre Redekunst bedarf des Streits“ darauf hinzuweisen, dass diese in in Deutschland keine bedeutende Tradition hat. Im Gegensatz zu England. Autor Burkhard Müller spannt den Bogen bis hin zum Burgtheaterdeutsch. Interessant wie amüsant.

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